Interview in der Neuen Zuger Zeitung

Gelassenheit als Spiegelbild eines Bühnenprofis

Noch eine halbe Stunde bis zum Auftritt – Schauspieler Jörg Schneider zeigte sich gestern Abend in Cham hinter den Kulissen ganz locker.

Jörg SchneiderGanz entspannt steht der «Chasperli» in Unterhosen da und erzählt. «Das ist eine Bombenrolle mit verschiedenen Facetten – auch ernstere Passagen kommen vor», erzählt der legendäre Schauspieler Jörg Schneider (74) in seinem unverwechselbaren Züri-Dialekt. Die Uhr in der Garderobe unter dem Lorzensaal in Cham zeigt 19.30 Uhr. Noch eine halbe Stunde bis zum Auftritt. «Nein, Lampenfieber habe ich nicht mehr. Das Stück spiele ich heute etwa zum 73. Mal», parliert Schneider gestern Abend hinter den Kulissen.

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Tournee 2008/2009: «Dinner für Spinner»

Komödie von Francis Veber
Dialektbearbeitung von Jörg Schneider

Tourneeplan: Hier klicken!

Dinner für Spinner«Le dîner des cons» ist eine der erfolgreichsten französischen Komödien der letzten Jahre und lief in Paris über Monate vor  ausverkauftem Haus und hat später Film weltweit Millionen von Zuschauern begeistert. Der Publikumsrenner lebt nicht ausschliesslich von Situationskomik – dies allerdings auch! – sondern von einer höchst originellen Handlung und hinreissend witzigen Dialogen.

Der gut situierte Verleger Peter P. Piller, trifft sich regelmässig mit Freunden zum Abendessen. Dazu werden von den Herren des Clubs möglichst skurile, eigenartige Menschen eingeladen, über die man sich heimlich lustig macht. Wer den «grössten Spinner» mitbringt, ist Sieger des Abends.

So bestellt sich Piller wieder einmal einen Gast zur «Eignungsprüfung» nach Hause. Leider aber verhindert ihn ein Bandscheibenvorfall das angesagte Dinner im Club zu besuchen. Sein Opfer, der kurlige Beamte Franz Frischknecht, den er nicht mehr abbestellen kann, verhilft ihm aber keineswegs zum erwarteten Amüsemant. Im Gegenteil, er richtet bei ihm zu Hause schnell einmal das totale Chaos an. Unfreiwillig aber mit verheerenden Folgen. Der liebenswürdige Einfaltspinsel bringt alle in kürzester Zeit zur hellen Verzweiflung.

Was für Piller als lustiger Herrenabend gedacht war, endet für ihn als wahre Tragödie. Und für das Publikum nach zwei Stunden Schmunzeln und Lachen in der Gewissheit, dass Schadenfreude noch immer die schönste aller Freuden ist.

In der turbulenten Komödie spielen beliebte Darsteller wie Patrizia Aimi, Werner Bachofen, Sabine Biber, Marcus Fritsche, Beat Gärtner und Jörg Schneider. Regie führt René Scheibli. Das Bühnenbild wurde von Martina Camal-Caduff gestaltet.